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„SCHAGADAM-MAGADAM“. Festival experimenteller Poesie

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When Jun 30, 2012
from 04:00 PM to 10:30 PM
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Literatur, bildende Kunst, Performance?

Wenn am 30. Juni im Alten Wiehrebahnhof Formen zeitgenössischer experimenteller Poesie aus Deutschland, Österreich und Russland präsentiert werden, fordern diese unmittelbar unsere Blickgewohnheiten heraus und stellen liebgewonnene Kategorien der Einordnung in Frage. Experimentelle Poesie lotet mit ihren Mitteln Formen des Textes neu aus und arbeitet dabei in allen Sparten künstlerischer Produktion. So werden auf dem Festival Auftritte zahlreicher renommierter experimenteller Poeten aus Deutschland, Österreich und Russland, ein futuristisches Theaterprojekt, eine Mitmach-Performance taktiler Verse, die Präsentation videopoetischer Filme, eine Ausstellung experimenteller Poesie und vieles mehr zu erleben sein. Den Abschluss des Festivals bildet eine Mail-Art-Aktion, die von Freiburg nach St. Petersburg gesendet wird.

 

Bei der Durchquerung der Räume der Kunst wird sich eine Erkenntnis sicherlich einstellen: Die experimentelle Poesie hat eine beachtliche Tradition und ist zugleich äußerst aktuell, greift bspw. Entwicklungen der Globalisierung auf und kennzeichnet damit das Bild der heutigen literarischen Realität. Schnell wird die tiefere Wesensverwandtschaft dieser Poesie in verschiedenen Ländern deutlich, und die räumliche Herkunft sowie die muttersprachliche Zugehörigkeit der Autorinnen und Autoren treten in den Hintergrund. Und so werden Chlebnikovs Phantasieworte schagadam-magadam aus der Geburtsstunde der experimentellen Poesie zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachfühlbar, mit denen er die Kraft des Klanges einzufangen versuchte. BesucherInnen aller Sprachen sind herzlich eingeladen, sich von dieser Kraft auf einem interkulturellen Festival begeistern zu lassen!

 

Veranstalter: Dr. Juliana Kaminskaja (Staatliche Universität St. Petersburg), PD Dr. Weertje Willms (Deutsches Seminar, Universität Freiburg), Literaturbüro Freiburg Kooperationspartner: Kommunales Kino Freiburg, Studium generale

 

Das Festival wird gefördert durch die Alfred Toepfer Stiftung Hamburg und die Walthari Buchhandlung Freiburg.

Programm
16:00 – 17:30 Begrüssung: Dr. Stefanie Stegmann (Literaturbüro Freiburg),
PD Dr. Weertje Willms (Deutsches Seminar, Univ. Freiburg), Dr. Juliana Kaminskaja
(Staatl. Univ. St. Petersburg).
 

Rezitation: Andrej Birjukov, deutsch-russischer Dichter (Halle a. d. S.).
Performance: Interaktive Inszenierung taktiler Verse des Moskauer Dichters
Genrich Sapgir.
 

Ausstellung: Kreative Führung durch die Ausstellung visueller Gedichte des
Moskauer Dichters Dmitrij Avaliani. Außerdem Präsentation von Werken des
St. Petersburger Dichters Boris Konstriktor. (Beide Ausstellungen sind bis zum
13.07.2012 im Alten Wiehrebahnhof während der Öffnungszeiten des Cafés zu
besichtigen.)

17:30 – 18:00 Pause

18:00 – 19:30 Performances: Das Künstlerduo Boris Konstriktor (Text) und
Boris Kipnis (Geige) aus St. Petersburg sowie die Performance-Künstlerin Roza Rueb
(Offenbach a. M.) und der Dichter Günter Vallaster (Wien) treten mit Präsentationen
experimenteller Poesie auf.

19:30 – 20:00 Pause

20:00 – 21:45 Film: Internationale Video-Poesie. Erläuterungen des Video-
Artisten Aleksandr Gornon aus St. Petersburg zu seinen Werken und zu Verfahren
der Video-Poesie.

21:45 – 22:00 Pause

22:00 – 22:30 Deutsch-russische Mail Art Aktion: Eine von den Anwesenden
verfasste kreative Botschaft wird abgeholt und an den Moskauer Mail-Artisten
Jurij Gik sowie an ein internationales Mail Art-Künstlerteam versendet. Jeder
weitere Empfänger ergänzt das kollektive Kunstwerk. Letzter Empfänger: Studierende
der St. Petersburger Staatlichen Universität.

22:30-23:15 Theater: Velimir Chlebnikov, „Götter“ mit dem Ensemble Freiburger
Theaterlabor unter der Regie von Prof. Dr. Vadim Maximov.

 

Trailer zum Film des St. Petersburger Video-Künstlers Alexander Gornon „Tango mit Kühen“ (2012). Die Vollversion (35 Min.) wird beim Festival „SCHAGADAM MAGADAM“ in Freiburg am 30.06.2012 zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Der Film entstand nach dem Buch der futuristischen „Stahlbeton-Poeme“ von Wassili Kamenski „Tango mit Kühen“ (1914).

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